Jahresbericht
2022/2023
Das Ziel fest im Blick, auch wenn der Weg steiniger wird
Aus vielen Krisen, die auf den Bau von Wohnungen einwirken, ist 2022/2023 eine Wohnungsbaukrise geworden. Und die traf und trifft auch die Wohnungsunternehmen und -genossenschaften des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen. Baukosten und Kreditzinsen steigen, die Zahl der Bauanträge für Neubauten bricht ein. Gleichzeitig bindet das strategische Ziel eines klimagerechten Umbaus des eigenen Bestands zunehmend finanzielle und personelle Ressourcen bei den Mitgliedern. Jetzt braucht es Mut: auf Seiten der Wohnungswirtschaft in einem unsicheren Marktumfeld, aber auch auf Seiten der Politik, welche die richtigen Förderimpulse setzen muss.
Als Unternehmen und Genossenschaften der sozial orientierten Wohnungswirtschaft setzen sich die Mitglieder des VdW dafür ein, weiterhin bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Doch wenn für neue Wohnungen, je nach Standort, Mietpreise von 16 bis 22 Euro pro Quadratmeter verlangt werden müssten, um betriebswirtschaftlich auf eine schwarze Null zu kommen, nehmen viele Mitgliedsunternehmen von Neubauprojekten Abstand. Diese Mieten wären für weite Teile der Bevölkerung schlicht nicht mehr bezahlbar.
Dass sie ihren Auftrag, bezahlbare Wohnungen zu schaffen, ernst nehmen, erkennt man an den Durchschnittsmieten der VdW-Mitglieder. Diese lagen im Jahr 2022 in Nordrhein-Westfalen bei 6,13 Euro pro Quadratmeter und damit weiterhin unter dem Landesschnitt im Markt von sieben Euro. In Rheinland-Pfalz lagen die Mieten der sozial orientierten Wohnungswirtschaft bei durchschnittlich 6,01 Euro.
Die Monate zwischen Juli 2022 und Juni 2023, die dieser Jahresbericht betrachtet, hielten also keine guten Nachrichten für die Wohnungswirtschaft bereit. Trotzdem gilt es angesichts der großen Aufgabe, nicht den Mut zu verlieren. Die politisch Verantwortlichen sind jedenfalls aufgerufen, in Gemeinschaft mit der sozial orientierten Wohnungswirtschaft, durch realistische Vorgaben sowie geeignete und verlässliche Förderinstrumente, klimaneutrales Wohnen bezahlbar möglich zu machen.
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Marion Sett, Präsidentin
Dr. Daniel Ranker, Prüfungsdirektor
Alexander Rychter, Verbandsdirektor
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Warum Wohnungen nicht gebaut werden
Eigentlich wollte die Wohnungsgenossenschaft GEWOBAU in Essen 116 neue Wohnungen bauen. Doch daraus wird erst einmal nichts. Die Mieten, die die Genossenschaft für die Wohnungen verlangen müsste, wären schlicht zu hoch. Die GEWOBAU steht damit vor demselben Problem wie die anderen Verbandsmitglieder auch.
Bezahlbar klimaneutral wohnen - wie soll das gehen?
Die schwierigen Bedingungen setzen die sozial orientierten Wohnungsunternehmen und -genossenschaften unter Druck. Sie wollen das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands erreichen und gleichzeitig bezahlbares Wohnen weiter ermöglichen. Diese Aufgabe wird immer schwieriger zu lösen.
Gelebte gesellschaftliche Verantwortung
Die Energiepreiskrise hielt im Winter 2022/2023 viele Menschen in Atem. Mit dem Angebot, Nachzahlungen zu stunden, und dem Verzicht auf Kündigungen aufgrund von Schulden bei den Nebenkosten nahmen Mitglieder des VdW Rheinland Westfalen ihren Mieterinnen und Mietern die Angst in der Krise. Sie engagierten sich aber auf anderen Feldern als sozialer Partner.
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Klimaneutralität ganz konkret
Das kommunale Wohnungsunternehmen WWG Königswinter hat es sich, wie andere VdW-Mitglieder auch, zur Aufgabe gemacht, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand vorzuweisen. Kein leichtes Unterfangen.
Gut, dass der Verband das Unternehmen dabei unterstützt.
Für die Mitglieder da
Das Jahr im Überblick
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Parlamentarischer Abend NRW
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Verbandstag
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EXPO Real
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E-World
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22. VdW-Forum
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Parlamentarischer Abend RLP
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Parlamentarischer Abend NRW
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Verbandstag
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EXPO Real
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E-World
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22. VdW-Forum
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- 07.2023
- 08.2023
Verantwortung in Zahlen
Die Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften
des VdW Rheinland Westfalen stemmen sich gegen die Wohnungsbaukrise und versuchen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Doch nach Jahren der kontinuierlichen Steigerung haben die Investitionen 2022 stagniert. Und die sinkenden Baugenehmigungszahlen verheißen nichts Gutes für die Zukunft.
Investitionen 2019 bis 2022 in Mrd. Euro
Mietpreisentwicklung 2019 bis 2022 in Euro/qm
Bestandsmieten VdW-Mitglieder in Euro/qm (2022)
Bestandsmieten NRW in Euro/qm (2022, nach Mikrozensus)
Dies war nur ein Ausschnitt der Zahlen, die einen Einblick in die Geschäftsentwicklung der Wohnungwirtschaft geben. Zu weiteren aussagekräftigen Statistiken zum Geschäftsjahr 2022 in der Wohnungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gelangen Sie durch Klick auf die nebenstehenden Kacheln.
Namen und Nachrichten
Wer wir sind
Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen ist der größte regionale Verband der sozial orientierten Wohnungswirtschaft. In NRW lebt etwa jeder fünfte zur Miete lebende Mensch in einer Wohnung unserer insgesamt 475 Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften. Sie bewirtschaften rund 1,1 Mio. Wohnungen. Wohnraumversorgung ist für sie in erster Linie eine soziale Aufgabe.
Der VdW Rheinland Westfalen ist Interessenvertretung und Dienstleister für seine Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften in Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz. Dem Verband gehören Wohnungsgenossenschaften sowie kommunale, öffentliche, kirchliche, industrieverbundene und private Wohnungsunternehmen an.
Der VdW Rheinland Westfalen ist Mitglied im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., Berlin. Der GdW vertritt als größter Branchendachverband rund 3.000 Wohnungs- und Immobilienunternehmen in ganz Deutschland.
Die Mitglieder in Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz